Die erste externe Finanzierungsrunde von Isomorphic Labs über 600 Millionen US-Dollar ist abgeschlossen, angeführt von Thrive Capital und unter Beteiligung von GV und Alphabet. Laut TechCrunch soll das Geld die Weiterentwicklung der KI-Wirkstoffdesign-Engine beschleunigen und das Ziel unterstützen, die entdeckten Wirkstoffe in klinische Studien zu bringen. Damit wächst der Spielraum für Modelle, Rechenkapazität und Biologika – ohne dass daraus schon klinische Nachweise werden.
Vom DeepMind-Ableger zum Pharma-Partner
Bevor das Geld kam, kam die Ausgründung: Isomorphic Labs ist laut CNBC ein Unternehmen für künstliche Intelligenz im Bereich Life Sciences, das aus Google DeepMind hervorgegangen ist.
Auf dieser Basis stehen zwei strategische Partnerschaften: Isomorphic Labs hat Verträge mit Eli Lilly und Novartis geschlossen, die dem Unternehmen potenziell bis zu 3 Milliarden US-Dollar an Meilensteinzahlungen einbringen könnten. Laut CNBC zählen beide zu den weltweit größten Pharmaunternehmen – die KI-Firma verhandelt also nicht mit Nachbarn aus dem Gründerzentrum, sondern mit Konzernen, die wissen, was eine späte Absage kostet. Wer solche Partner ins Haus holt, hat entweder etwas zu bieten oder einen sehr guten Vertrieb.
Was die Partner erhalten, beschreibt TechCrunch als Zugang zum KI-Modell von Isomorphic Labs.
Mehr Rechenleistung, mehr Reichweite
Isomorphic Labs konzentriert sich mit seinen eigenen internen Programmen hauptsächlich auf Krebs und Immunologie, wie CNBC unter Berufung auf Murdoch berichtet.
Isomorphic Labs muss laut CNBC mehr Modelle bauen, um in größerem Maßstab mit mehr angehängten Daten zu laufen, sowohl auf der KI- als auch auf der Therapeutik-Seite. Derzeit kann Isomorphic Labs mit seiner Allzweck-Engine schnell niedermolekulare Arzneimittel entwerfen, und die Expansion in Biologika erweitert die Bandbreite der Krankheiten, die das Startup angehen kann, so CNBC unter Berufung auf Murdoch.
Die Biologika-Expansion verschiebt den Schwerpunkt von Pillen zu Injektionen, weil Biologika typischerweise gespritzt werden, wie Murdoch laut CNBC ausführt. Mehr Modelle, mehr Daten, mehr Rechenkapazität – das ist der Plan, der nun finanziert ist.
Noch keine klinische Erfolgsgeschichte
Max Jaderberg, Präsident von Isomorphic Labs, sagte auf der Bloomberg Tech Conference in London an einem Montag, die Bemühungen des Unternehmens, KI für eine schnellere und effizientere Wirkstoffentwicklung zu nutzen, befänden sich noch in präklinischen Studien. Laut news.bgov.com ergänzte Jaderberg, Isomorphic Labs befinde sich als Unternehmen in seiner „first innings“.
Wie lang dieser Weg sein kann, zeigt der Branchendurchschnitt: Laut CNBC dauert es im Schnitt 10 bis 15 Jahre und kostet mehr als 2 Milliarden US-Dollar, bis ein Arzneimittel die endgültige Zulassung der Food and Drug Administration erhält.
