Laut den Gerichtsunterlagen bestätigte das DWP im Dezember 2025, dass Sopra Steria in der Beschaffung erfolglos geblieben war und Capita die Ausschreibung gewonnen hatte.

Sopra Steria behauptet zudem, das DWP habe nach der Benennung des Outsourcers als bevorzugter Bieter weitere Neuverhandlungen über Capitas Angebot geführt und Sopra Steria sei von einem solchen Verfahren ausgeschlossen worden. Die Vorwürfe stammen von einem unterlegenen Bieter, der den Zuschlag gerichtlich angreift.

Preisgestaltung und Serviceversprechen

Das sind weniger als 40 Prozent des Werts, der in der Ausschreibungsphase veranschlagt wurde. Ein Preis, der so weit unter der eigenen Schätzung landet, ist kein Schnäppchen, sondern ein Prüfanlass.

Wer einen laufenden Rückstand übernimmt und den neuen Vertrag zum Bruchteil der Schätzung gewinnt, sollte nicht nur den Zuschlag erklären, sondern auch die Kalkulation.

Capita im Lieferantennetz

Der Kreis der strategischen Lieferanten der britischen Regierung umfasst laut Computerweekly 36 Unternehmen, verteilt auf Technologie mit zwölf, Ingenieurwesen und Bau mit sieben, Outsourcing und Facility Management mit fünf, Luft- und Raumfahrt sowie Verteidigung mit fünf, Beratung mit vier und Telekommunikation mit drei. Die Ausgaben des öffentlichen Sektors mit dieser Gruppe erreichten dem Bericht zufolge im Finanzjahr 2025/26 insgesamt 5,48 Mrd. £.

Unter den zwölf Technologielieferanten ist Capita das einzige Unternehmen mit Hauptsitz im Vereinigten Königreich. Die übrigen elf – Accenture, Atos, Amazon Web Services (AWS), Capgemini, CGI, DXC Technology, Fujitsu, IBM, Microsoft, Oracle und Sopra Steria – haben ihren Sitz außerhalb des Vereinigten Königreichs, wie Computerweekly auflistet.

Ein einziger britischer Anbieter in einem Feld von zwölf, das ist keine breite Aufstellung, sondern eine schmale Reserve.

Überwachung als politischer Streitpunkt

Capita betreibt seit 2014 elektronische Überwachungsdienste für das Justizministerium und His Majesty's Prison and Probation Service (HMPPS), nachdem es den Vertrag zur Fußfesselung von Gefangenen gewonnen hatte – der vorherige Auftragnehmer Serco war laut The Register in einen Betrugsskandal verwickelt. Die Wohltätigkeitsorganisationen erklären, die Bereitstellung von GPS-Überwachungsdiensten durch Capita „ermögliche es dem Innenministerium, den Aufenthaltsort nicht-britischer Bürger als Teil seiner feindseligen Einwanderungspolitik zu überwachen“. Die Gruppen behaupten, das elektronische Aufenthaltsüberwachungsprojekt der Regierung laufe auf „racialized surveillance“ hinaus. Kambo nannte die Überwachung „punitiv, kontrollierend, unnötig“ und mit schwerwiegenden menschenrechtlichen Folgen verbunden; die Regierung werde bereits untersucht und sehe sich verschiedenen Rechtsansprüchen gegenüber.