Der Markt reagierte am 2. November 2026 mit einem deutlichen Kursrutsch: Marvell fiel um 13 Prozent, Lumentum um 19 Prozent. Die Transaktion ist als Festverhältnis-Deal ohne Barzahlung strukturiert, ihr Wert hängt damit vom Kurs der Marvell-Aktien ab, wie CNBC ergänzt. Ein Übernahmepreis, der an der eigenen Aktie hängt, ist kein Preis, sondern eine Wette auf den eigenen Kurs. Darüber berichtet Latimes.

Warum Marvell die Optik kauft

Unternehmen setzen laut CNBC zunehmend auf optische Verbindungen, um die Chips zusammenzusetzen, mit denen große Sprachmodelle trainiert und betrieben werden. Lumentum fertigt der Los Angeles Times zufolge Laser und weitere optische Technik, mit der sich enorme Datenmengen mit hoher Geschwindigkeit übertragen lassen. Mit Lumentum bekommt Marvell Komponenten, die Licht nutzen, um Informationen in Rechenzentren schneller zu bewegen, wie die Los Angeles Times schreibt.

Marvell erklärte laut CNBC, es könne durch die Übernahme elektrische und optische Technologien verbinden und damit den beschleunigten und sich verschiebenden Bedarf an KI-Konnektivität über Regionen und Systeme hinweg decken. Marvell-CEO Matt Murphy sagte CNBC, nötig sei Scale-up-Technologie, bei der Halbleiter und Optik nahtlos zusammenarbeiteten; man werde hier eine neue Unternehmenskategorie schaffen.

Der Nvidia-Faktor

Nvidia Corp. kündigte im März 2026 an, eine Beteiligung von 2 Milliarden US-Dollar an Lumentum zu erwerben, wie die Los Angeles Times berichtet. Die Vereinbarung umfasste laut der Los Angeles Times Pläne zur Zusammenarbeit bei Photonik, die Licht statt traditioneller Kupferverkabelung nutzt, um Daten schneller und effizienter zu übertragen. CNBC zufolge hat sich Nvidia als zentrales Element in einem Netzwerk verbundener Unternehmen positioniert und in mehrere Technologieunternehmen investiert, die seine Chips kaufen, sowie in Neoclouds, die Rechenkapazität vermieten, um die Rechenzentrumsinfrastruktur für seine KI-Chips zu unterstützen.

Marvell-CEO Matt Murphy sagte CNBC, dies sei ein „double down“ auf die Unterstützung von Nvidia als Ökosystemführer in diesem Bereich; man sei dieser Partnerschaft sehr verpflichtet, und die Zusammenführung zweier Schlüssellieferanten, die dieses Ökosystem unterstützen, werde ein großer Vorteil für Nvidia sein.

Marvell schloss im Februar 2026 den Kauf von Celestial AI für 3,5 Milliarden US-Dollar ab; die Übernahme von Lumentum ist Marvells größter Zukauf seit dem 10 Milliarden US-Dollar schweren Kauf von Inphi im Jahr 2021, wie Analyticsinsight berichtet. Marvell erklärte, die Übernahme werde den gesamten adressierbaren Markt des kombinierten Unternehmens auf 550 Milliarden US-Dollar erweitern, so Analyticsinsight.

Groß, aber noch nicht bewiesen

Dass der Zusammenschluss erst 2028 abgeschlossen sein soll, deutet laut der Los Angeles Times darauf hin, dass eine Genehmigung nicht einfach zu erhalten sein wird. Angekündigt wurde die Transaktion am 2. November 2026, abgeschlossen werden soll sie CNBC und der Los Angeles Times zufolge in der ersten Hälfte des Jahres 2028.

Analysten sehen laut der Los Angeles Times zwischen den Geschäftsbereichen der beiden Unternehmen nur wenig Potenzial für Kostensenkungen.

CNBC zufolge ist die Übernahme eine der bedeutendsten KI-Wetten des Jahres 2026 und erfolgt trotz jüngster Bedenken hinsichtlich der langfristigen Tragfähigkeit der Infrastrukturausgaben.