Laut TBC stammen die meisten Effizienzgewinne in der KI heute aus gemeinsamen Branchentechniken wie Quantisierung, Destillation und Caching. Die Optimierungen des Unternehmens kommen demnach aus einer anderen Quelle: direkten Messungen lebender Neuronen. TBC zufolge sind seine Optimierungen aus der Biologie abgeleitet und nicht nur von ihr inspiriert, was sie schwer replizierbar mache.

Damit unterscheidet sich der Ansatz des Unternehmens grundlegend von dem, was sonst in der Branche üblich ist. Ob diese Angaben einer unabhängigen Prüfung standhalten, ist damit noch nicht entschieden.

Die Lektionen der lebenden Neuronen

Hinter Mischief 1 steht ein Gründerteam aus der Neurochirurgie: Alex Ksendzovsky und Jon Pomeraniec, die als CEO beziehungsweise COO/President fungieren, haben TBC gegründet. Ihr Anspruch reicht über das Videomodell hinaus: Pulse2 zufolge baut das Unternehmen eine neue Computing-Kategorie, in der biologische Netzwerke Silizium ergänzen sollen, um Leistungs- und Effizienzgewinne für moderne KI-Systeme zu erschließen, besonders dort, wo Energie knapp ist. Auch das ist bislang eine Aussage des Unternehmens über seine eigene Richtung – die Messungen an lebenden Neuronen bleiben der Ausgangspunkt, das Produkt selbst läuft auf Standardhardware.

Mischief 1 ist inzwischen über fal.ai und OpenRouter verfügbar, und laut TBC soll das Modell künftig auch im AWS Marketplace erscheinen. Fünf Wochen vor der Ankündigung hatte das Unternehmen eine Zusammenarbeit mit Amazon Web Services angekündigt, um das Modell zu Unternehmenskunden zu bringen. Der Schritt zu Schöpfern und Entwicklern über fal und OpenRouter folgte damit kurz nach dem Enterprise-Vorstoß. Ob die AWS-Marketplace-Listung tatsächlich kommt, ist offen.

Was vom biologischen Ansatz beim Kunden ankommt, ist damit klar umrissen: Die Neuronen bleiben im Labor, die Software läuft auf Standard-KI-Hardware.