Anthropics Vertrag mit Nscale deckt das erste Gebäude mit 460 Megawatt auf dem Campus in West Virginia ab. Laut TechCrunch soll dieses Gebäude voraussichtlich Nvidias Chips der nächsten Generation namens Vera Rubin nutzen. Die vorgeschlagene Vereinbarung würde Nscale dabei helfen, die Finanzierung für die Strom- und Baukosten des Campus zu sichern.

Ein Vertrag auf dem Papier ist noch kein Fundament, und 460 Megawatt klingen erst dann nach Rechenleistung, wenn jemand die Stromrechnung unterschreibt.

Nvidia wird zum möglichen Rückhalt

Bisher hat Nvidia Cloud-Anbieter überwiegend über Leasingverträge und Chip-Käufe unterstützt, nicht über den Bau, wie TechCrunch berichtet.

Der Markt testet das Modell

Neoclouds vermieten KI-Rechenleistung, ohne ein kapitalstarkes Kerngeschäft hinter sich zu haben, und geraten damit bei Investoren unter Druck, wie TechCrunch berichtet. Die Aktien von CoreWeave, Nebius und IREN waren laut einem Bericht von CNBC bis letzte Woche im Oktober 2026 jeweils um mehr als 30 Prozent gefallen. Ein Geschäftsmodell ohne eigenes Polster bekommt an der Börse gerade vorgeführt, was fehlende Substanz kostet.

Nscale strebt einen Börsengang mit einer Bewertung von bis zu 35 Milliarden US-Dollar an, trotz wachsender Bedenken hinsichtlich seiner Fähigkeit, ehrgeizige Rechenzentrumsprojekte umzusetzen, wie TechCrunch meldet. Im August 2027 hatte Nscale etwa 25.000 fortschrittliche KI-Chips in Betrieb – ein Bruchteil der fast 500.000, die das Unternehmen einzusetzen plant. Die Lücke zwischen Plan und Betrieb ist der eigentliche Prüfstein, nicht die Zahl im Prospekt.

Großer Vertrag, offene Umsetzung

Im September 2026 erhielt das Projekt nach monatelangen Verhandlungen die staatliche Zertifizierung, wie TechCrunch berichtet. Diesen Monat zog sich Microsoft aus einem geplanten Nscale-Standort in England zurück, nachdem die Netzstromversorgung dafür in die 2030er Jahre verschoben worden war.

Die Unternehmen diskutieren zudem einen zweiten Deal im Wert von rund 45 Milliarden US-Dollar für ein weiteres Gebäude. Für diesen zweiten Deal gilt: Ein Junk-Rating würde die Kreditkosten von Anthropic erhöhen und könnte das Unternehmen dazu drängen, weiterhin auf stärkere Partner zur Absicherung seiner Schulden zu setzen, so TechCrunch.