Wabi ist seit dem 26. Oktober 2026 für alle Nutzer verfügbar und organisiert Aufgaben in getrennten Threads, in denen sich eigene Apps erstellen und verwenden lassen.

Laut TechCrunch entscheidet bei Wabi 2.0 der Agent, welche Apps gebaut werden. Sobald man ihn mit seiner E-Mail verbindet, erstellt er automatisch eine Reihe von Threads und Apps; ergänzen lassen sich diese durch Anforderungen eigener Apps oder neuer Threads.

Der Kurswechsel der Replika-Gründerin

Hinter Wabi steht Eugenia Kuyda, die zuvor die KI-Begleitplattform Replika gegründet hatte. Der Start des neuen Assistenten wirkt laut TechCrunch wie ein Kurswechsel – Kuyda selbst beschreibt ihn jedoch eher als Evolution. Wer von Replika kommt, erkennt die Richtung wieder: weg vom einzelnen Begleiter, hin zu einem gemeinsamen Arbeitsraum.

TechCrunch zufolge setzt sie zusätzlich auf das multithreaded, multiplayer Design von Wabi. Der Unterschied zu Konkurrenzprodukten wie Instinct und Muse ist bewusst gewählt: Dort läuft alles in einem einzigen Thread, in dem man laut Kuyda in den täglich gesendeten Informationen versinkt.

Single-Thread-Erfahrungen würden mit der Zeit schlechter, sagte Kuyda, weil zu viel Kontext in einer endlosen Konversation stecke. Getrennte Threads für verschiedene Aufgaben und langfristige Ziele sind damit die Antwort auf ein Problem, das Wabi selbst benennt.

Bewertung vor Beweis

An der Finanzierungsrunde von Wabi beteiligten sich Andreessen Horowitz, Forerunner und der Amazon Alexa Fund. Laut TechCrunch ist Wabi SOC-2-konform, was bedeutet, dass seine Datensicherheitskontrollen unabhängig geprüft wurden. Wabi läuft vollständig in der Cloud, und die meisten Nutzerdaten werden laut Kuyda in den USA gespeichert, ergänzt TechCrunch.

Wabi ist derzeit kostenlos, und das Unternehmen hat noch kein Geschäftsmodell festgelegt; Kuyda sagte gegenüber TechCrunch, Wabi führe Gespräche über die Aufnahme weiterer Mittel. Nach dem öffentlichen Start machte Wabi keine Angaben zu Nutzer-, Umsatz-, Bindungs- oder Nutzungszahlen.

Der Alltagstest steht noch aus

In geteilten Chats lässt sich die Datenfreigabe fein dosieren: Nutzer können so viel oder so wenig teilen, wie sie möchten, von E-Mail- und Kalenderinformationen bis hin zu Bankkontodetails. Ob der Alltag das einlöst, lässt sich derzeit nicht belegen – belastbare Nutzungsdaten fehlen.

Kuyda formuliert damit ein Ziel, das Wabi bislang nicht belegt: Wabi könne zu einem Betriebssystem für das Leben werden, an dem Menschen, Werkzeuge und KI zusammenkommen. Windows fehlt noch, und die Datenfreigabe ist granular steuerbar – wer heute einsteigt, arbeitet auf einer Plattform, die noch wächst.