Der Aktienkurs, den Thrive Holdings für ADT zahlt, liegt 45,6 Prozent über dem unbeeinflussten Schlusskurs von 6,87 US-Dollar am 27. Oktober 2026. Gegenüber dem volumengewichteten 30-Tage-Durchschnittskurs bis zu diesem Datum beträgt der Aufschlag 52,1 Prozent. ADT-Aktionäre sollen bei Abschluss der Transaktion 10,00 US-Dollar je Aktie in bar erhalten. Der Verwaltungsrat von ADT hat die Vereinbarung einstimmig genehmigt. So viel Aufschlag auf einen Kurs, der zuvor schon notiert war, bekommt nicht jeder geboten.

Noch kein Eigentümerwechsel

Bevor Thrive Holdings tatsächlich Eigentümer von ADT wird, läuft zunächst ein 30-tägiges Go-Shop-Fenster bis zum 28. November 2026, in dem ADT und seine Finanzberater Übernahmeangebote von Dritten einholen können. ADT kann demnach bis zu diesem Zeitpunkt prüfen, ob ein anderes Unternehmen mehr bietet als die bereits vereinbarten 10 US-Dollar je Aktie.

Für bestimmte Interessenten, die innerhalb des ursprünglichen Fensters ein Angebot abgeben, sieht die Vereinbarung eine mögliche Verlängerung um zehn Tage vor. Thrive Holdings hat den Kauf also noch nicht in der Tasche, obwohl die Vereinbarung steht.

Das KI-Versprechen bleibt vorerst abstrakt

Nach dem Vollzug soll ADT die Grundlage des Smart-Home-Sicherheitsgeschäfts von Thrive Holdings bilden, wie beide Unternehmen mitteilen. ADT arbeitet bereits mit Apple und Google zusammen und wird diese Partnerschaften TechCrunch zufolge voraussichtlich fortsetzen. Das ist die Zuständigkeit, die der Sicherheitsanbieter in das geplante Geschäft einbringt.

ADT und Thrive deuteten laut TechCrunch an, dass sie in neue Produkte investieren und diese auf den Markt bringen wollen. Welche neuen KI-gestützten Sicherheitsprodukte dabei entstehen sollen, gab TechCrunch zufolge jedoch weder ADT noch Thrive bekannt.

Ein Plan, der Produkte ankündigt, ohne sie zu benennen, bleibt eine Absichtserklärung mit Produktvokabular.

Ein Sicherheitsgeschäft mit offener Produktfrage

TechCrunch zufolge ist Thrive Holdings die Holdinggesellschaft, die aus Josh Kushners VC-Firma Thrive Capital ausgegliedert wurde. Dieselbe Quelle ergänzt, dass Thrive Holdings OpenAI sowohl als Partner als auch als Investor zählt. Als Partner liefert OpenAI KI-Modelle und Technologie sowie Personal, sogenannte vor Ort eingesetzte Ingenieure, an die Unternehmen von Thrive, wie TechCrunch berichtet. Laut TechCrunch besteht die Mission von Thrive Holdings darin, andere Unternehmen langfristig zu halten und sie mit KI zu revitalisieren.