Anwender beschreiben ihre Absicht, woraufhin das System laut SAP die passenden Agenten, Anwendungen und Daten orchestriert. Das klingt nach einer einheitlichen Entwicklungsumgebung – und genau darum geht es SAP gerade.

Joule Work ist laut sap.cn die neue Benutzeroberfläche für KI und die treibende Kraft hinter dem Autonomous Enterprise. Sie verfügt nun über eine deutlich leistungsfähigere Orchestrierungsfunktion. Sie arbeitet laut sap.cn mit dem kürzlich erweiterten SAP Knowledge Graph zusammen, um komplexere, kundenspezifische Probleme zu bewältigen.

SAP macht damit das auf der Sapphire formulierte Autonomous Enterprise auf der TechEd konkreter. Ob die versprochene Leistungsfähigkeit hält, was sie verspricht, lässt sich erst nach dem Deployment beurteilen.

Agenten bekommen mehr Kontext und Wege

SAP kündigte auf der TechEd an, dass der SAP Knowledge Graph künftig Daten sowohl aus SAP- als auch aus Nicht-SAP-Quellen beziehen kann. Werkzeuge für die Interoperabilität sollen es Agenten von Drittanbietern ermöglichen, Joule-Agenten über ein Gateway mit Governance-Kontrollen sicher aufzurufen, wie die Computerwoche berichtet. Laut sap.cn soll der SAP Knowledge Graph zusätzliche kundenspezifische SAP- und Nicht-SAP-Quellen einbeziehen, damit KI-Assistenten und Agenten genauer schlussfolgern können.

Ebenfalls auf der TechEd stellt SAP diese Woche neue Ontologie-Werkzeuge, Lakehouse-Funktionen sowie Governance- und Administrationsfunktionen vor, wie die Computerwoche ergänzt. Das Unternehmen baut dabei auf der jüngsten Übernahme von Dremio und einer erweiterten Partnerschaft mit Databricks auf, um Daten zusammenzuführen, ihre Verwaltung zu vereinfachen und schneller kontextbezogene Erkenntnisse zu gewinnen. Wer heute schon planen muss, steht damit vor der Frage, wann diese Bausteine tatsächlich bereitstehen – und was der Betrieb dann kostet.

Kontrolle ist Teil des Produkts – auf dem Papier

Laut Computerwoche soll ein neuer „Governance Agent“ Unternehmen dabei helfen, die Anforderungen des EU AI Act einzuhalten. In Joule Studio ist demnach eine Sandbox integriert, mit der Teams Agenten vor dem Deployment prüfen können – über Abfragen, Ausführungs-Traces und automatisch generierte Tests. Geplante Offline-Evaluierungen in Joule Studio sollen Teams laut sap.cn zusätzlich unterstützen, Genauigkeit, A2A-Korrektheit und Widerstandsfähigkeit gegen Prompt-Injection-Angriffe zu überprüfen.

Diese Werkzeuge klingen nach genau dem, was fehlt, wenn Agenten eigenständig handeln sollen: Kontrolle vor dem Start und Prüfung im Betrieb. Ob die Sandbox und die geplanten Evaluierungen halten, was sie versprechen, lässt sich aber erst nach dem Deployment beurteilen.

Der Praxistest beginnt später

Bevor Unternehmen die neuen Funktionen produktiv nutzen, bleibt einiges zu klären. Laut Computerwoche ergänzt Nogly, für die DSAG-Mitglieder komme es nun darauf an, die Neuerungen produktiv, sicher und wirtschaftlich einsetzen zu können.

Genau dort setzt Noglys zweiter Hinweis an: Kunden brauchten für eine langfristige Kostenplanung belastbare Erfahrungswerte zum tatsächlichen Verbrauch von Standardassistenten, eigenen Agenten und vollständigen agentischen Prozessketten. Ebenso wichtig sei ein verlässliches Kosten-Controlling in ihren heterogenen IT-Landschaften, so Nogly gegenüber der Computerwoche.