Tata Communications hält Konnektivität in Indien für ebenso kritisch wie Rechenleistung und Energieverfügbarkeit, weil die Datacenter-Kapazität im Land rasch wächst. Das Unternehmen begründet seine Investition damit, dass Indien durch beschleunigte Cloud-Nutzung, KI-Einsatz, steigende Anforderungen an Datenlokalisierung und wachsende Unternehmensnachfrage vor erheblichem Wachstum steht, wie Computerweekly berichtet.

Beide Begründungen stammen aus der Mitteilung des Konzerns selbst, nicht aus unabhängigen Messungen. Ein Netz, das erst geplant ist, belegt noch keine Entlastung für Indiens Rechenzentren.

Der erste Korridor

Baubeginn ist der Korridor Mumbai–Pune–Hyderabad–Chennai. Auf ihn soll sich die erste Phase des Programms konzentrieren, berichten Computerweekly und Tata Communications übereinstimmend. Die Strecke gilt den Angaben zufolge als eine der wichtigsten Wachstumsrouten für KI und Hyperscale in Indien.

Das Ganze ist größer angelegt: Laut Tata Communications soll der AI Super Highway in drei Phasen über die am stärksten wachsenden KI-Korridore Indiens ausgebaut werden. Das Unternehmen beschreibt ihn als hochgeschwindigkeits- und niedriglatenz-Netzwerkgeflecht, das die zentralen KI-Rechenzentrumskorridore des Landes verbindet. Rund 10.000 Kilometer KI-fähige Konnektivitätsinfrastruktur sollen es nach Angaben des Konzerns werden und Indiens zentrale Rechenzentrums- und KI-Hubs zusammenbringen.

Die drei Phasen sind bislang eine Ankündigung, kein fertiges Netz. Ein einzelner Korridor macht aus dem Versprechen eines landesweiten Highways noch keine durchgehende Strecke.

Drei Phasen statt fertiger Highway

Was nach dem ersten Korridor kommt, beschreibt Tata Communications nur als spätere Phasen: Dann soll die Konnektivität auf aufstrebende Rechenzentrums-Ökosysteme an der Ostküste und im Westen Indiens ausgeweitet werden, darunter Vizag, Bhubaneswar, Jamnagar und GIFT City. Ein landesweiter Highway sieht anders aus als eine Strecke mit Ankündigung für später.

Rückendeckung für den Ausbau kommt laut Ganesh Lakshminarayanan von Tata Communications aus dem eigenen Auftragsbuch. Ein wachsender Anteil der Expansion werde durch Ankerkundenverpflichtungen und vertraglich gebundene Nachfrage getrieben, sagte er.

Anschluss an das globale Netz

Der AI Super Highway soll laut Tata Communications in das globale Netzwerk-Backbone des Unternehmens integriert werden. Dieses Backbone umfasst nach Angaben des Konzerns ein See-Glasfasernetz von mehr als 500.000 Kilometern und über 200.000 Kilometer terrestrische Glasfaser.

Die Verbindung zu den internationalen Kabel-Landestationen will Tata Communications über die wichtigsten KI-Korridore und Datacenter-Cluster herstellen. Auf diesem Weg verspricht das Unternehmen eine nahtlose Konnektivität zwischen Indien und den großen globalen KI-Hubs.

Damals plante das Unternehmen ein neues Unterseekabelsystem zwischen Mumbai und Singapur und beteiligte sich als Konsortiumsmitglied an einem weiteren System, das Chennai mit Singapur verbindet. Dieses zweite Kabel soll den Angaben zufolge voraussichtlich im vierten Quartal 2029 betriebsbereit sein.