r/opensource ist für viele Entwicklerinnen und Entwickler die erste Adresse, wenn sie ein Projekt vorstellen und Feedback einsammeln wollen – so beschreibt es The Decoder. Genau dort greifen jetzt Regeln, die nicht nur KI-generierte Massenware aussortieren, sondern auch Leute, die einfach nur zu zweit oder allein an etwas arbeiten.
Dazu kommen Mindestanforderungen: mindestens ein Jahr aktive Pflege, mehrere Mitwirkende, eine bestehende Community und eine von der OSI anerkannte Open-Source-Lizenz.
Aus KI-Skepsis wird ein Zugangstest
Doch die Regeln treffen nicht nur das eine große Beispiel. The Register zufolge schließen sie auch Solo-Entwickler aus, ebenso junge Projekte, die noch im Aufbau stecken, und alle, die kein Englisch sprechen. Für den Sprachausschluss haben die Moderatoren einen praktischen Grund: The Decoder zufolge können sie nicht unterscheiden, ob ein Text von einer KI geschrieben oder nur übersetzt wurde. Wer eine fremde Sprache nutzt, fällt damit aus einem Verfahren heraus, das auf einer Einschätzung beruht, nicht auf einem Nachweis.
Dass die Einschätzung heikel ist, zeigt der Blick auf den Kernel. Moderator Wolvereness sagte laut Tom's Hardware, der Linux-Kernel erfülle die Mindestanforderungen des Projekts. Zugleich deutete er an, ob ein Projekt offensichtlich KI-generiert sei, bleibe eine subjektive Entscheidung. Genau dort liegt der Haken: Ein Projekt kann alle formalen Hürden nehmen und trotzdem an einem Urteil scheitern, das kein Kriterium greifbar macht.
Die Grenze zwischen Schutz und Ausschluss
Einige Entwickler hielten dagegen, KI-unterstütztes Programmieren mache ein Projekt nicht automatisch minderwertig oder weniger quelloffen, berichtet Tom's Hardware.
Gegründet hat es laut Tom's Hardware der Reddit-Nutzer u/esk6plays. The Decoder verweist für die Existenz des Ablegers auf einen Bericht von The Verge.
Ein Forum macht die Tür zu
Wer trotzdem posten will, sollte sich die Warnung der Moderatoren genau ansehen: Laut Tom's Hardware drohen sie Nutzern, die nach einem versuchten Beitrag die Moderation kontaktieren, mit dauerhafter Sperre und Stummschaltung.
Ganz ohne Ventil geht es dann doch nicht: Die Moderatoren von r/opensource bestätigten in einer Bearbeitung ihrer Ankündigung eine neue Community und beschrieben sie als möglichen Zufluchtsort für Nutzer, die von den Beschränkungen betroffen sind, berichtet Tom's Hardware.
Ein paar Lücken lassen die Regeln offenbar zu. Moderator Wolvereness nannte Ausnahmen, darunter automatisch generierte Untertitel, wie aus Berichten von Tom's Hardware und The Decoder hervorgeht.
