Laut Tom's Hardware soll diese Lizenz alle Softwareangebote von Nvidia abdecken, mit denen Agenten auf den AI-Factories betrieben werden. Huang zufolge sollen damit „all die Software“ laufen, „die Nvidia bereitstellt und die Agenten auf diesen KI-Fabriken ausführt“.
Der Preis ist noch kein Preisblatt
Der Preis ist bislang kein Preisblatt. Tom's Hardware zufolge ist unklar, welche Software die Lizenz abdecken würde und ob sich die Produkte überschneiden. Damit fehlt die Grundlage für eine belastbare Einordnung.
Ein großes Rechenbeispiel, ein bestehendes Angebot
FourWeekMBA hat ein Szenario skizziert, in dem fünf Millionen bezahlte Lizenzen zusammenkommen. Bei 2.000 US-Dollar pro GPU und Jahr ergäben sich daraus 10 Milliarden US-Dollar jährlich. Über fünf Jahre summiert sich das auf 50 Milliarden US-Dollar. Tom's Hardware zufolge ist das eine Modellrechnung, keine Zusage.
Nvidias AI-Enterprise-Plattform ist derzeit mit 4.500 US-Dollar pro GPU für ein Jahresabonnement gelistet. Die 2.000 US-Dollar liegen darunter, doch Nvidia hat nicht bestätigt, dass beide Preise dieselben Produkte oder Lizenzbedingungen abdecken. Tom's Hardware warnt deshalb davor, die Zahl als bestätigte Preissenkung zu lesen. Ein Schnäppchen ist erst dann eines, wenn feststeht, was es kostet.
Offen bleibt auch, wie sich die vorgeschlagene Preisgestaltung in Nvidias bestehendes Enterprise-Softwaregeschäft einfügen würde. Solange diese Frage ungeklärt ist, lässt sich aus den 2.000 US-Dollar kein neuer Preis ableiten, sondern nur eine weitere Zahl im Raum.
Software wird zum Geschäftsfeld
Die Ankündigung fällt in einen breiteren Vorstoß, den Nvidia-Chef Jensen Huang am 22. Oktober auf der GTC Berlin umriss: Chips, Software und Sicherheit für KI-Agenten sollen zusammen ein Infrastrukturgeschäft ergeben. Bereits am 21. Oktober hatte Nvidia seine OpenShell Reference Architecture vorgestellt, ein System aus Vera-Rubin-Computing-Infrastruktur, Vera-CPUs und BlueField-4-DPUs mit Nvidia Sentry. Laut Huang wird die Softwarelizenzierung zunehmend ein wichtiger Teil des Geschäfts von Nvidia. Die 2.000 US-Dollar pro GPU und Jahr sind damit weniger ein Preisblatt als der Versuch, Software als eigenes Geschäftsfeld zu etablieren.
Tom's Hardware zufolge integriert Anthropic OpenShell und BlueField-Hardware in Claude Managed Agents, damit Unternehmen besser kontrollieren können, worauf ihre KI-Agenten in Ausführungssandboxes zugreifen. Salesforce hat für OpenShell eine Slack Admin Bridge entwickelt, mit der Administratoren Agenten-Zugriffsanfragen prüfen, Berechtigungen genehmigen oder ablehnen und Aktivitäten direkt in Slack überwachen können.
Ob und wann die 2.000 US-Dollar pro GPU tatsächlich in Rechnung gestellt werden, bleibt offen. Klar ist bislang nur, dass Nvidia das Softwaregeschäft ausbauen will und dafür Hardware, Sicherheitsfunktionen und Lizenzierung zusammen denkt.
