Pennsylvania verlangt künftig ein Etikett auf KI-Werbung – außer die Anzeige fällt unter „parody, satire, commentary or criticism“ oder ist „evidently fictional“. Diese Ausnahmen stehen im Gesetz, und der Wortlaut liefert kein Kriterium dafür, wann etwas offensichtlich erfunden ist. The Verge sieht darin eines von mehreren Schlupflöchern.

Schon der Begriff „significantly modified“ ist dem Bericht zufolge subjektiv. Damit hängt die Kennzeichnungspflicht an einer Einschätzung, für die das Gesetz keine Messlatte mitliefert. Der Wortlaut deutet außerdem darauf hin, dass nur Inhalte offengelegt werden müssen, die „uses synthetic content in a manner that creates a false consumer perception“ über ein Produkt oder eine Dienstleistung erzeugen.

Was als „false“ gilt, lässt das Gesetz offen – The Verge zufolge bleibt auch die Frage nach der zuständigen Instanz unbeantwortet. Eine Kennzeichnungspflicht, die an solchen Begriffen hängt, ist so belastbar wie die Auslegung, die eine Behörde oder ein Gericht ihr später gibt.

Ein Gesetz für große Kampagnen und kleine Flyer

Die Pflicht trifft nicht nur die großen Kampagnen: The Verge zufolge gilt sie für TV-Werbespots von Milliardenunternehmen ebenso wie für die überfüllten, schlecht gestalteten Flyer, mit denen Restaurants ihre Wing-Specials bewerben.

Pennsylvania ist laut The Verge einer der ersten Bundesstaaten, die Offenlegungen bei KI-Inhalten vorschreiben. Wer in Pennsylvania schaltet, produziert das Etikett mit – und dieselbe Fassung läuft dann auch in anderen Staaten. The Verge hält es für möglich, dass Hinweise in Werbespots anderer Bundesstaaten auftauchen, sofern diese Spots auch in Pennsylvania ausgestrahlt werden sollen.

Ob dieser Effekt eintritt, hängt an der Annahme, dass Werbetreibende eine Fassung für alle Märkte nutzen statt staatenweise zu trennen. Für Pennsylvania bleibt die Pflicht damit breit gestreut und an denselben unbestimmten Begriffen aufgehängt, an denen sich schon die Ausnahmen zeigen.