Dessa läuft laut The Decoder lokal auf einem MacBook Pro M4 Max und soll gleichzeitig zuhören und sprechen können. Der Full-Duplex-Betrieb ist damit die technische Kernaussage des Modells: Es verarbeitet Sprache ohne die übliche Abfolge aus Frage und Antwort. Laut Blocks Ankündigung hört und spricht Dessa zur selben Zeit. Das ist eine Herstellerangabe, kein Prüfergebnis.

Für Nutzer ist vor allem relevant, dass das Modell auf einem Laptop statt in der Cloud laufen soll. Ob der Full-Duplex-Ansatz im Alltag trägt, lässt sich noch nicht nachprüfen.

Audio rein, Audio raus

Der Unterschied zu herkömmlicher Sprach-KI liegt eine Ebene tiefer: Dessa wandelt Sprache nicht erst in Text um, sondern verarbeitet sie direkt als Audio. Block nennt das „Audio in, audio out“ und bezeichnet Dessa als echtes Speech-to-Speech-Modell, dessen gesamtes Wissen aus menschlicher Sprache stammt.

Superlativ mit Prüfvorbehalt

Was Dessa tatsächlich leistet, lässt sich noch nicht nachprüfen. Fest steht nur, dass Block das Modell als „weltweit erstes“ KI-Modell bezeichnet, mit dem sich eine realistische Live-Konversation führen lasse und das ausschließlich aus menschlicher Sprache trainiert worden sei. Der Zusatz „As far as we know“ in der Ankündigung zeigt, wie Block diese Selbsteinschätzung selbst einordnet. Der Superlativ ist eine Herstellerangabe, kein unabhängig geprüftes Ergebnis.

Vor einer Veröffentlichung will Block das Modell erst von außen prüfen lassen. Einer kleinen Gruppe von KI-Sicherheitsforschern gibt das Unternehmen laut eigener Ankündigung frühen Zugang, um Risiken zu finden, die Block noch nicht vorhergesehen hat.