Anthropic stellt davon bis zu 100 Millionen Pfund in Form von Modellguthaben, vertrauenswürdigem Modellzugang und dediziertem technischen Support bereit. Die Regierung beabsichtigt zudem, das Labor sowohl durch öffentliche als auch durch philanthropische Finanzierung zu unterstützen.
Auftrag des Labors
Die Mission des AIBL besteht darin, die Biosecurity durch den Einsatz von Frontier-KI zu stärken. Nach Angaben der Regierung soll das Labor die Widerstandsfähigkeit des Vereinigten Königreichs und der Welt gegenüber einer Vielzahl biologischer Risiken stärken, einschließlich solcher, die durch Fortschritte in der KI ermöglicht werden. Die anfängliche Umsetzung konzentriert sich auf zwei Ziele: die Früherkennung neu auftretender biologischer Bedrohungen zu verbessern und die Entwicklung von Impfstoffen, Behandlungen und anderen medizinischen Gegenmaßnahmen zu beschleunigen.
Nationale Initiative
Das AIBL wird als Teil einer National AI Biosecurity Initiative gestartet, die die UK Health Security Agency (UKHSA), die Animal and Plant Health Agency (APHA) und das Defence Science and Technology Laboratory (Dstl) mit dem Labor und dem Life-Sciences-Sektor zusammenbringt. Das Labor soll Partner wie die nationalen Biosecurity-Zentren des Vereinigten Königreichs und die Life-Sciences-Industrie dabei unterstützen, biologische Bedrohungen früher zu erkennen und die Entdeckung, Entwicklung und Erprobung von Impfstoffen, Behandlungen und anderen medizinischen Gegenmaßnahmen zu beschleunigen. Darüber hinaus wird es mit öffentlichen Organisationen, akademischen Einrichtungen, Industriepartnern und Frontier-KI-Unternehmen im Vereinigten Königreich und international zusammenarbeiten.
Das AIBL wird laut gov.uk mit Google DeepMind und dem britischen KI-Life-Sciences-Unternehmen Basecamp Research bei Forschungskooperationen und KI-Tools für die Wissenschaft zusammenarbeiten. Wissenschaftler und Biosecurity-Experten von Google DeepMind werden sich an Forschungskooperationen beteiligen und streben an, vertrauenswürdigen Zugang zu Frontier-Gemini- und spezialisierten Wissenschaftsmodellen bereitzustellen. Basecamp Research wird Zugang zu seinen KI-Biologiemodellen, Fähigkeiten und technischem Fachwissen bereitstellen, um vorrangige Biosecurity-Herausforderungen anzugehen.
Regulierung und Beirat
Das AIBL wird zudem mit der Medicines and Healthcare products Regulatory Agency (MHRA) zusammenarbeiten, um sich auf Gesundheitsnotlagen vorzubereiten und die Regulierung KI-entwickelter Medikamente zu informieren. Unterstützt wird das Labor von einem wissenschaftlichen Beirat, der Expertise aus Wissenschaft, Industrie und dem dritten Sektor einbezieht. Weitere Einzelheiten zu diesem Gremium sollen zu gegebener Zeit bekannt gegeben werden.
Das britische Engagement steht im Kontext weiterer nationaler Partnerschaften von Google DeepMind: Das Unternehmen gibt an, mit Regierungen weltweit zusammenzuarbeiten, um den Nutzen von Frontier-KI für die Menschen zu fördern. Google DeepMind beschreibt diese Partnerschaften als auf den jeweiligen nationalen Kontext und die Ziele des Landes zugeschnitten und an fünf Prinzipien ausgerichtet. Zu den genannten Beispielen zählen eine Zusammenarbeit mit der Regierung von Singapur an einem feinabgestimmten KI-Modell zur Betrugserkennung sowie eine Partnerschaft mit der Republik Korea, um die Grenzen der Innovation zu erweitern und lokale Talente zu unterstützen. Mit der britischen Regierung will Google DeepMind laut eigener Darstellung einen KI-gestützten Prototyp mitentwickeln, der Bearbeitungszeiten von Anträgen um 50 Prozent senken soll.
Der britische Abgeordnete Kanishka Narayan sagte laut BBC, durch die Unterstützung britischer Wissenschaft, fortschrittlicher Chips und eigener KI-Unternehmen könne die nationale Sicherheit gestärkt, die industrielle Stärke Großbritanniens wiederaufgebaut und gute, qualifizierte Arbeitsplätze im ganzen Land geschaffen werden. Google DeepMind erklärt, gemeinsam mit Partnern Fortschritte verantwortungsvoll beschleunigen und Gesellschaften auf eine KI-gestützte Zukunft vorbereiten zu wollen. Offen bleibt die Besetzung des wissenschaftlichen Beirats; das Material nennt dazu keinen Zeitpunkt.
