In dem Verlust steckt eine buchhalterische Belastung von rund 34 Milliarden US-Dollar, die auf den gestiegenen geschätzten Wert von Finanzierungen zurückgeht, die später in Anthropic-Aktien umgewandelt werden könnten, und nicht auf ausgegebenes Geld für den Geschäftsbetrieb. Der operative Verlust weitete sich laut Reuters auf 8,06 Milliarden US-Dollar aus, nach 2,98 Milliarden US-Dollar im Vorjahr, während der Umsatz um 1.088 Prozent stieg.

Anthropic hat in seiner jüngsten Finanzierungsrunde laut TechCrunch 65 Milliarden US-Dollar eingesammelt, die Series H wurde von Altimeter Capital, Dragoneer, Greenoaks, Sequoia Capital, Capital Group, Coatue und D1 Capital Partners gemeinsam angeführt. TechCrunch zufolge könnte dies die letzte private Finanzierungsrunde vor dem Börsengang sein. Anthropic gab an, dass seine Run-Rate-Umsätze in diesem Monat die Marke von 47 Milliarden US-Dollar überschritten haben. Das Wall Street Journal berichtete kürzlich, dass Anthropic einen Umsatzanstieg von 130 Prozent erwartet, der zu seinem ersten operativen Gewinn führen soll.

Bereits zuvor hatte Anthropic eine Series-F-Finanzierungsrunde über 13 Milliarden US-Dollar abgeschlossen, die von ICONIQ angeführt und von Fidelity Management & Research Company sowie Lightspeed Venture Partners co-geleitet wurde. Diese Finanzierung bewertete Anthropic mit 183 Milliarden US-Dollar nach der Kapitalerhöhung. Zu den institutionellen Investoren der Runde zählten Baillie Gifford, Blackstone, Brookfield, D.E. Shaw Ventures, DST Global und Fidelity Management & Research. Strategische Infrastrukturpartner wie Samsung, SK Hynix und Micron beteiligten sich ebenfalls an der Runde.

Krishna Rao, Chief Financial Officer von Anthropic, sagte, das Unternehmen sehe exponentielles Wachstum der Nachfrage über seine gesamte Kundschaft hinweg. Rao zufolge zeigt die Finanzierung das außerordentliche Vertrauen der Investoren in die Finanzleistung des Unternehmens. Divesh Makan, Partner bei ICONIQ, sagte, die Lead-Investition in die Series F spiegele den Glauben an die Werte von Anthropic und die Fähigkeit des Unternehmens, die Zukunft verantwortungsvoller KI zu gestalten. Brad Gerstner, Gründer und CEO von Altimeter Capital, erklärte, die jüngsten Fortschritte von Claude hätten zu einer breiten Akzeptanz bei den anspruchsvollsten Organisationen der Welt geführt. Gerstner zufolge positioniert diese Dynamik Anthropic an der Spitze der nächsten Phase der KI-Innovation und ermöglicht es dem Unternehmen, die große Chance zu nutzen.

Anthropic gab 2025 laut Reuters 7,33 Milliarden US-Dollar für Rechenleistung und Infrastruktur aus, eine Verdreifachung gegenüber 2024, und damit mehr als die Hälfte seiner gesamten Betriebsausgaben von 12,65 Milliarden US-Dollar. Anthropic hat zudem Computing-Vereinbarungen mit SpaceX und kleineren Anbietern geschlossen, um die für künftige Modelle benötigte Kapazität zu sichern. Amazon und Google waren zwei der frühen strategischen Schlüsselpartner von Anthropic; beide investierten Milliarden von Dollar in das Start-up und lieferten zugleich die Cloud-Infrastruktur, die zum Trainieren und Bereitstellen der Claude-Modelle nötig ist. Anthropic bedient inzwischen über 300.000 Geschäftskunden.

Anthropic warnte in seinen Risikofaktoren, dass viele seiner größten Kunden nicht langfristig vertraglich gebunden seien und ihre Ausgaben kürzen oder einstellen könnten. Anthropic legte offen, dass zwei Kunden fast ein Viertel seines Umsatzes im Jahr 2025 ausmachten, wobei die Unternehmen in Medienberichten nicht genannt wurden. Der Prospekt legt auch dar, welche Risiken Anthropic durch die Technologie sieht, die es entwickelt und verkauft. Anthropic verwies zudem auf das Potenzial existenzieller Risiken für die Menschheit. Anthropic lehnte eine Stellungnahme ab.

Der Börsengang von Anthropic würde auf den jüngsten spektakulären IPO von SpaceX folgen, der Elon Musks Unternehmen mit 1,77 Billionen US-Dollar bewertete. Die SpaceX-Aktien stiegen bei ihrem Debüt am 12. Juni um 19 Prozent auf 160 US-Dollar, werden derzeit aber bei rund 147 US-Dollar gehandelt, über dem IPO-Preis von 135 US-Dollar je Aktie. TechCrunch berichtete im Vormonat, dass Anthropic kurz vor dem Abschluss einer 50-Milliarden-US-Dollar-Runde stand. Ein institutioneller Investor soll bis zu 5 Milliarden US-Dollar zugesagt haben, nur um ein Treffen mit Anthropic-Finanzvorstand Krishna Rao zu erhalten.