Rund 50 Millionen US-Dollar der Runde stammten laut Ivan Burazin, Mitgründer und CEO von Daytona, von bestehenden Investoren. Pace Capital verdoppelte seine Investition, Upfront Ventures verdreifachte sie und E2VC vervierfachte sie, wie Tech.eu berichtet. Nach Angaben von Daytona war E2VC damit in seiner vierten Runde beteiligt, Upfront Ventures in seiner dritten sowie FirstMark Capital und Pace Capital in ihrer zweiten.
Daytona entwickelt Cloud-Infrastruktur, die sichere, isolierte Computing-Umgebungen bereitstellt, in denen KI-Agenten Code ausführen, Softwarewerkzeuge nutzen und Aufgaben erledigen können. Unternehmen können solche Umgebungen für KI-Agenten über eine einzige API starten, wie Tech.eu berichtet. Die Plattform unterstützt Linux, Windows und macOS, wobei sich die Computing-Ressourcen je nach Anforderung der Aufgabe erweitern oder verringern lassen. Agenten sollen pausieren, fortfahren oder verschiedene Ansätze erkunden können, ohne ihren Fortschritt zu verlieren.
Burazin zufolge kann Daytona eine neue Sandbox für einen KI-Agenten in 60 Millisekunden konfigurieren. Das Verfahren beruht laut Fortune darauf, Snapshots konfigurierter Maschinen vorab auf die physischen Laufwerke von Servern zu verteilen. Daytona selbst beschreibt den Anspruch so: Der Computer eines Agenten müsse in Millisekunden starten, mit intaktem Zustand pausieren, in parallele Kopien aufgeteilt werden und nach Abschluss der Aufgabe verschwinden. Das Unternehmen bezeichnet seine Infrastruktur als Agent Execution Cloud und vergleicht Agenten mit digitalen Menschen, die wie Menschen einen Computer in jeder benötigten Konfiguration brauchen.
Zu den Kunden zählen nach Angaben des Unternehmens Anthropic, OpenAI, NVIDIA, Cursor, Cognition, Meta und Cohere. Tech.eu ergänzt unter anderem Mercor, Handshake, Surge AI, SambaNova, Postman, Bolt.new, n8n und Clay. Daytona gibt an, das KI-Datenunternehmen Snorkel habe mehr als eine Million Sandboxes auf seiner Plattform bereitgestellt. Writer betrieb laut Daytona eine eigene Sandbox-Plattform, bis mehr als 20.000 Sandboxes pro Tag anfielen und der Betrieb zu einer Vollzeitaufgabe wurde; auf Daytona habe Writer in einem einzigen Monat 300.000 Sandboxes bereitgestellt. AfterQuery habe seinen internen GKE-Cluster nach Angaben von Daytona innerhalb eines Tages durch Daytona ersetzt.
Burazin zufolge wuchs die Umsatzlaufrate von Daytona zwischen Januar und September um das 25-Fache. Daytona selbst nennt eine durchschnittliche monatliche Net Revenue Retention von etwa 135 Prozent. An der Runde beteiligten sich unter anderem Patrick Collison von Stripe, Tobi Lütke von Shopify, Aravind Srinivas von Perplexity, Adam D’Angelo von Quora und Eric Yuan von Zoom. Als strategische Investoren kamen laut Fortune Qualcomm Ventures, Samsung Next und Okta Ventures hinzu; Tech.eu nennt zusätzlich Alumni Ventures, Evergreen Fund und Torch Capital.
Matt Turck, Partner bei FirstMark, erklärte laut Fortune, der nächste Infrastrukturwandel führe von menschenzentrierten Cloud-Primitiven zu agentennativen Primitiven. Quinn Li von Qualcomm Technologies bezeichnete Daytonas Plattform laut Daytona als Umgebung für jeden Agenten und das Unternehmen als kritische Infrastruktur für die Agenten-Ära. Sam Jung, Head of Research Operations bei AfterQuery, sagte laut Daytona, die benötigte Infrastruktur existiere oft nicht, und Daytona habe diesen Trend gebrochen.
Mit der neuen Finanzierung will Daytona seine Agent-Cloud-Plattform über das ursprüngliche Sandbox-Produkt hinaus ausbauen, seine Computing-Infrastruktur skalieren und sein internationales Team vergrößern, wie Tech.eu berichtet. Einstellungen sind laut Tech.eu in San Francisco, Kroatien und Singapur geplant; Daytona selbst nennt vor Ort in San Francisco Stellen in Engineering, Go-to-Market und Operations. Burazin zufolge will Daytona den Großteil der neuen Mittel für Go-to-Market-Vertriebspersonal und einige Ingenieure ausgeben. Daytona wurde 2023 von Burazin, Goran Draganić und Vedran Jukić gegründet, um Softwareentwicklungsumgebungen für große Unternehmen zu automatisieren.
