Menschen sollen dabei laut TechCrunch einen Schwarm von Agenten einsetzen können, um die Erledigung von Aufgaben zu beschleunigen. Nach Angaben der Gründer hilft Vesta Kreditgebern dabei, Zeit und Kosten für die Bearbeitung von Hypotheken zu senken. Mike Yu betonte zugleich, dass Unternehmen unabhängig von der verwendeten Software oder den KI-Agenten für Zeichnungsentscheidungen verantwortlich bleiben.

Der Hypothekenprozess ist langwierig und wird laut Conversion Capital durch veraltete Technologien und stark manuelle Abläufe erschwert. Ein großer Teil des Hypothekensystems basiert nach Darstellung von Conversion Capital auf veralteter Technologie aus den 1980er Jahren. Christian Lawless von Conversion Capital schrieb, diese Technologie habe Fortschritt verlangsamt, Innovation behindert, den Zugang zu bezahlbaren Zinsen erschwert und Wettbewerb erstickt. In den USA dauert der Abschluss einer Hypothek etwa 40 Tage und kostet rund 11.000 US-Dollar pro Darlehen, wie TechCrunch berichtet. Ein Großteil dieser Kosten sei menschliche Arbeitskraft, und ein wesentlicher Engpass im Zeitplan sei das Warten darauf, dass eine Person mit der Prüfung des Darlehens beginne, sagte Yu.

Mike Yu und Devon Yang gründeten Vesta im Jahr 2020. Beide waren zuvor bei Blend tätig, wie TechCrunch berichtet. Bei Blend arbeiteten sie laut Conversion Capital in Produkt und Engineering. Devon Yang war der erste Ingenieur, den Blend einstellte, und leitete dort alle Plattformen und Integrationen. Mike Yu war bei Blend stark an Produkteinführungen beteiligt, darunter die Installation bei Wells Fargo. Als großen technischen Durchbruch bezeichnete Yu das Modell Claude Sonnet 4.5, das Anweisungen von Nutzern über die benötigten Zeiträume hinweg deutlich besser befolge als frühere Generationen.

Vesta baut laut Conversion Capital die Infrastruktur für die nächste Generation von Finanzdienstleistungen und beginnt mit dem Rückgrat der Hypothekenbranche, dem Loan Origination System. Die Kerntechnologie lässt sich in drei Kategorien unterteilen: ein System of Record der nächsten Generation, eine Automatisierungs-Engine mit Task-Management-System und eine offene Plattform für künftige Technologieunternehmen im Hypothekenbereich. Vesta strebt an, als System of Record für Daten und Dokumente der Darlehensvergabe zu dienen, ergänzt um eine anpassbare Workflow-Engine und offene APIs. Die Technologie zielt darauf ab, eine anpassbare Plattform für die Hypothekendarlehensvergabe bereitzustellen, die Genehmigung, Underwriting sowie Abschluss und Auszahlung von Immobiliendarlehen unterstützt. Die Software soll Banken, Kreditgenossenschaften, Hypothekenbanken und Makler verbinden.

Vesta konkurriert laut TechCrunch in vielerlei Hinsicht sowohl mit traditionellen Hypothekensystemen wie ICE Mortgage Technology als auch mit anderen KI-nativen Unternehmen, die den Hypothekenvergabeprozess automatisieren wollen, etwa Xpanse. Mike Yu sagte, Vesta liege bei einem Marktanteil von unter 5 Prozent. Seinen Vorteil gegenüber etablierten Anbietern sieht Yu darin, dass diese nicht für KI-Agenten gebaut worden seien und es sehr schwierig sei, KI-Agenten auf sie aufzusetzen. Der größte Unterschied bestehe darin, dass sich Vesta darauf konzentriere, nur die Kernplattform zu sein und Entwicklerwerkzeuge und APIs anzubieten, damit andere Point Solutions sich nahtlos mit dem System of Record integrieren können, so Yu.

Angela Strange von a16z erklärte, die Hypothekenbranche verfüge weiterhin nicht über eine einheitliche Engine, um die Darlehensvergabe zu orchestrieren und zu standardisieren. Sie sagte, alle Beteiligten – Banken, Makler und Titelagenten – seien sich einig, dass ein neues System nötig sei, doch bislang habe es niemand erfolgreich aufgebaut. Strange ist im Rahmen der Finanzierung in den Vorstand von Vesta eingetreten. Christian Lawless, Managing Partner bei Conversion Capital, bezeichnete die Herausforderung, die Vesta angeht, als massive, nicht offensichtliche Chance in einer stark fragmentierten Branche. Conversion Capital sehe sich als langfristigen Partner von Vesta in der nächsten Wachstumsphase.

Yu erklärte, viele Kunden starteten einen KI-Agenten mit einer Person, die dessen Arbeit genehmige, ließen ihn dann einen Teil der Darlehen selbstständig bearbeiten und weiteten dies anschließend aus. Einige Kreditgeber nutzen Vesta-KI-Agenten laut Yu sogar für Entscheidungen zur Hypothekenzeichnung. Er ergänzte, alle Aktionen und die Begründung hinter einer Entscheidung würden für Compliance-Zwecke und zur Prüfung von KI-Entscheidungen aufgezeichnet. Als Priorität nannte Yu, das Geschäft des restlichen Hypothekenmarktes zu gewinnen; danach werde man dorthin gehen, wohin die Kunden führen. Zu den Plänen gehören laut TechCrunch aggressive Einstellungspläne, insbesondere in den Bereichen Engineering und Produktentwicklung, sowie ein Schwerpunkt auf der Go-to-Market-Strategie.