Die Finanzierungsrunde von Manus wurde von der Private-Equity-Firma Boyu Capital angeführt; TechCrunch nennt zusätzlich den Wagniskapitalinvestor IDG Capital als Co-Lead. Butterfly Effect, die Muttergesellschaft von Manus, gab die Runde am Donnerstag bekannt, wie CNBC berichtet. An der Runde beteiligten sich auch die bestehenden Anteilseigner Tencent, HSG und ZhenFund. TechCrunch ergänzt, dass HSG früher als Sequoia China bekannt war und neben ZhenFund weitere Altgesellschafter investierten.

Manus machte keine Angaben zu seiner Bewertung nach der Finanzierungsrunde; das Unternehmen gab seine Bewertung nicht bekannt. Laut Bloomberg wurde Manus im vergangenen Monat mit einer Bewertung von 4 Milliarden US-Dollar in Verbindung gebracht. Bloomberg berichtete im vergangenen Monat, Manus sollte seine Bewertung in dieser Runde auf 4 Milliarden US-Dollar verdoppeln, was das Unternehmen zum wertvollsten KI-Agenten-Hersteller des Landes machen würde. Diese berichtete Bewertung entspricht laut SiliconANGLE etwa dem Doppelten dessen, was Meta Platforms Inc. im vergangenen Dezember für das Unternehmen geboten haben soll. Auf Fragen von TechCrunch zu seiner Bewertung antwortete Manus nicht.

Die Übernahme wurde im vergangenen April abgesagt, nachdem chinesische Regulierungsbehörden sie blockiert hatten. Die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission erklärte, sie habe beschlossen, „ausländische Investitionen in das Manus-Projekt zu verbieten“. Meta arbeitete daran, das Team und die Technologie von Manus in sein System zu integrieren, als die Behörden den Deal blockierten. Nachdem Metas Übernahmeversuch im Jahr 2026 gescheitert war, kündigte Manus an, den Betrieb als eigenständiges Unternehmen wieder aufzunehmen.

Manus wurde 2022 als Butterfly Effect Co. Ltd. gegründet. Das erste Produkt des Unternehmens war eine Browser-Erweiterung, die Zugang zu mehreren KI-Modellen über eine einzige Oberfläche bot. Im Jahr 2024 nahm Manus 10 Millionen US-Dollar auf und richtete seinen Fokus auf die Entwicklung des Produkts neu aus, das schließlich zum Manus-Agenten werden sollte. Das Produkt wurde im vergangenen März über ein Programm gestartet, das nur auf Einladung zugänglich war. Videos des Agenten, die mehrstufige Aufgaben auf den Computern von Nutzern ausführte, wurden schnell viral und erregten die Aufmerksamkeit des Risikokapitalgebers Benchmark. Manus nahm im April 2025 75 Millionen US-Dollar von Benchmark auf und verlegte seinen Hauptsitz nach Singapur.

Manus stellte Manus 2.0 mit einer neuen Architektur und dem neuen Ausführungssystem Cascade vor. Manus 2.0, das erste größere Update des Agenten seit dem Neustart des Unternehmens, wurde wenige Tage vor der heutigen Finanzierungsankündigung eingeführt. Manus 2.0 enthält einen neuen Harness, eine Sammlung von Softwaremodulen, die das Verhalten der zugrunde liegenden LLMs anpassen sollen. Manus 2.0 verspricht, den Token-Verbrauch des Agenten bei einigen Aufgaben um 23,2 Prozent zu senken und die Verarbeitung um mehr als 28 Prozent zu beschleunigen. Manus 2.0 wird mit einem Werkzeug ausgeliefert, mit dem Nutzer Clips und Videospiele generieren können.

Manus führte Cue ein, eine eigenständige App, in der jeder persönliche KI-Agent über eine eigene E-Mail-Adresse, Telefonnummer und ein digitales Wallet verfügt. TechCrunch ergänzt, dass die Agenten in Cue zusätzlich eigene Computer erhalten. Manus bietet einen Chatbot und Vibe-Coding-Werkzeuge an, mit denen Nutzer Apps und Websites erstellen, Designs und Präsentationen gestalten, Videos generieren und mehr tun können. Manus stellt KI-Produkte und Agenten her, die denen ähneln, die Unternehmen wie Cursor, Lovable und Replit anbieten. Der Finanzierungsmeilenstein von Manus kommt einen Tag, nachdem das Startup Nous Research Inc., das einen konkurrierenden KI-Agenten für Verbraucher anbietet, 90 Millionen US-Dollar aufgenommen hat.

Dan Wang, China-Direktor bei Eurasia Group, sagte, die Finanzierungsrunde zeige, dass die kurzfristigen Folgen des Meta-Falls eingedämmt worden seien und Investoren bereit seien, Manus als unabhängiges Unternehmen zu unterstützen. Han Lin, China-Länderdirektor bei The Asia Group, sagte, die unmittelbare Aufgabe für Manus sei nun der Nachweis von Skalierung, Profitabilität und regulatorischer Ausrichtung. Analysten zufolge könnte Manus letztlich einen Börsengang anstreben, doch die dringlichere Aufgabe wäre eine Umgestaltung seiner Geschäfts- und Eigentümerstruktur, um Profitabilität nachzuweisen und Pekings regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Berichten zufolge erwägt das Unternehmen einen Börsengang in Hongkong. Die Finanzierungsrunde deutet laut CNBC darauf hin, dass Investoren sich von Pekings beispielloser Anordnung, Metas kurzlebige 2-Milliarden-US-Dollar-Übernahme zu blockieren, nicht abschrecken lassen.