Trump kündigte das Abendessen nach seiner Rückkehr zur Joint Base Andrews in Maryland an. Das Treffen ist das erste persönliche Vier-Augen-Gespräch zwischen Trump und Amodei.

Die Begegnung findet in einer angespannten Phase statt. Erst Mitte September hatte Trump Amodei auf seiner Plattform Truth Social verspottet und dessen Forderungen nach einer Regulierung und einer koordinierten Verlangsamung der KI-Entwicklung scharf zurückgewiesen, meldet Business Insider. Amodei wiederum fehlte beim Staatsbankett für den chinesischen Präsidenten Xi Jinping in der vergangenen Woche – anders als andere Branchengrößen wie OpenAI-Chef Sam Altman.

Unmittelbarer Anlass für die neue Dynamik ist ein juristischer Rückschlag für Anthropic. Ein Bundesberufungsgericht wies am Freitag die Klage des Unternehmens gegen seine Einstufung als Lieferkettenrisiko durch das Pentagon ab, wie France24 und die Economic Times berichten.

Hintergrund der Sanktionen ist ein grundlegender Konflikt: Anthropic weigerte sich, seine KI-Modelle für vollautonome Waffen oder inländische Massenüberwachung freizugeben. Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth warfen dem Unternehmen daraufhin vor, die nationale Sicherheit zu gefährden, und verhängten die Strafmaßnahmen. Amodei blieb bei seiner ablehnenden Haltung.

Mit dem privaten Abendessen im Weißen Haus sucht Trump nun das direkte Gespräch mit einem der prominentesten Kritiker seiner KI-Politik. Ob die Begegnung eine Annäherung bringt oder die festgefahrenen Positionen zementiert, ließen beide Seiten zunächst offen.