Die erweiterte Claude-Integration stellt jetzt 80 Werkzeuge für Creative-Cloud-Anwendungen wie Acrobat, Photoshop, Premiere, Express und Lightroom bereit – beim Start im April waren es 50, berichtet Computerworld. Neu hinzugekommen ist die Möglichkeit, PDFs direkt in andere Dateiformate zu konvertieren. Außerdem hat Adobe interaktive Bearbeitungswerkzeuge eingeführt, die mehr Kontrolle über Express- und Acrobat-Dateien bieten: In Acrobat lassen sich Texte bearbeiten, Seiten neu anordnen und Kommentare setzen, in Express können Schrift und Farben ausgewählt werden.
Der Zugang zum Adobe-Plugin für Claude ist in drei Stufen unterteilt. Gastnutzer ohne Anmeldung erhalten nur eine eingeschränkte Werkzeugauswahl. Wer sich mit einer kostenlosen Adobe-ID anmeldet, bekommt vollen Zugriff, unterliegt aber Nutzungsbeschränkungen. Zahlende Creative-Cloud-Abonnenten haben praktisch unbegrenzten Zugang. Zusätzliche Gebühren fallen für den Zugriff über Claude nicht an, und es werden keine KI-Gutschriften von Adobe verbraucht.
Für den ersten Connector zu Googles Gemini gelten andere Regeln: Einen Gastzugang gibt es dort nicht, sowohl kostenlose als auch zahlende Nutzer können auf die Creative-Cloud-Werkzeuge zugreifen.
Adobe plant, die interaktiven Bearbeitungsfunktionen künftig auf weitere Anwendungen wie Photoshop auszuweiten. Komplexere Funktionen sollen jedoch in den Kernanwendungen verbleiben, der Fokus in den Assistenten liegt auf schlankeren Oberflächen. Deepti Pradeep, Senior Director für agentische KI bei Adobe, erklärte, das Unternehmen wolle überall dort präsent sein, wo die Nutzer sind – sowohl in den Hauptanwendungen als auch in KI-Assistenten.
Die Ankündigung vom Donnerstag zeigt Adobes Strategie, Creative Cloud als Plattform in fremden KI-Umgebungen zu verankern. Mit Claude und Gemini deckt das Unternehmen zwei der wichtigsten Assistenzsysteme ab. Wie sich die unterschiedlichen Zugangsmodelle auf die tatsächliche Nutzung auswirken und wann die Ausweitung auf Photoshop erfolgt, bleibt vorerst offen.
