Die Angreifer kompromittierten mindestens drei Anbieter aus dem Gastgewerbe und leiteten den Gastverkehr von Hotel-WLANs über manipulierte DNS-Einträge um. Auf diesem Weg verknüpften sie WhatsApp-Konten der Opfer über Headless-Browser als Begleitgeräte, um Konversationen unbemerkt zu exportieren. Die Methode erlaubte einen dauerhaften Zugriff auf private Nachrichten, ohne dass die Betroffenen den Eingriff bemerkten.

Anthropic erklärte, die Aktivität unterbunden und die gewonnenen Erkenntnisse zur Stärkung seiner KI-Sicherheitsmaßnahmen genutzt zu haben. Das Unternehmen teilte Informationen mit Behörden und Industriepartnern, um die Abwehr gegen vergleichbare Angriffe zu verbessern. Der zugehörige Bericht umfasst Vorfälle, die Anthropic zwischen Dezember 2025 und August 2026 identifiziert und gestört hat.

Die Kombination aus kompromittierter Netzinfrastruktur und der Ausnutzung verbreiteter Messenger-Funktionen zeigt, wie Angreifer alltägliche Gastnetze in Überwachungspunkte verwandeln. Die Weitergabe der Erkenntnisse an Behörden und Partner deutet auf eine koordinierte Reaktion hin, die über die Absicherung eigener Systeme hinausgeht. Die Vorfälle unterstreichen die Notwendigkeit, auch vermeintlich vertrauenswürdige Netzwerke als potenziellen Angriffsvektor zu behandeln.